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KOMMUNALES
Presseaussendung vom 13.03.2018

Linzer Innovationsprogramm

35 Maßnahmen für einen innovativen Großraum Linz

Die Weiterentwicklung eines Wirtschaftsraumes hängt eng mit seiner Innovationskraft zusammen. Aus diesem Grund wurde auch erstmalig ein Gemeinderatsausschuss für Innovation eingerichtet, dessen Vorsitz Bürgermeister Klaus Luger führt. Dieser hat zum Ziel, das Linzer Innovationssystem zu fördern. Neben der Erstellung einer Innovationsstrategie, der Schaffung effizienterer Strukturen sowie einer verstärkten Einbindung von unterschiedlichen Stakeholdern wurde ein Linzer Innovations-Programm erarbeitet.

Basis für dieses ist eine auf drei Jahre angelegte Studie. Das Institut für Organisation der Johannes Kepler Universität unter Federführung vonUniv.-Prof. Robert M. Bauer untersucht dabei die Innovationsleistungen im Großraum Linz. Ziel war es, die im oberösterreichischen Zentralraum erbrachte Innovationsleistung zu erfassen sowie die in der Region vorhandenen förderlichen und hinderlichen Bedingungen für Innovation zu identifizieren. Workshops mit dem Öko-System sowie den Innovatoren ergänzten den Innovationsprozess. Ziel der Workshop-Reihe war es, die befragten Ergebnisse gemeinsam mit allen mit Innovation befassten PartnerInnen zurück zu spiegeln, zu verdichten sowie zu ergänzen.

„In Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Ressorts, Geschäftsbereichen, Stakeholdern und Experten setzten wir uns  ein ambitioniertes Arbeitspensum. Konkrete Ergebnisse liegen nun im Linzer Innovationsprogramm vor. Das oberste Ziel ist klar: Linz soll zur innovativsten Stadt Österreichs werden“, betont Bürgermeister Klaus Luger. „In Summe beinhaltet das Programm 35 Handlungsansätze. Diese sollen im nächsten Innovationsausschuss diskutiert und in Folge im April dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.“

Entstehungsgeschichte des Innovationsprogrammes

Als Ausgangspunkt für die Diskussionen und Herausbildung von Handlungsansätzen diente eine Studie der Johannes Kepler Universität Linz unter der Leitung von Prof. Robert Bauer. Zunächst erfolgten qualitative Interviews, deren Ergebnisse in die Studie eingearbeitet wurden.  Ab Oktober 2016 wurden rund 90 InnovationsentscheiderInnen aus namhaften Unternehmen sowie verantwortliche Protagonisten aus dem Öko-System eingebunden. Das Öko-System besteht aus Personen, welche die entscheidende Verantwortung für Infrastruktur, Verwaltung, Bildung, Politik, Medien und Innovationsservices innehaben. Von Mai 2017 bis Dezember 2017 ergänzten Workshops mit dem Öko-System sowie den Innovatoren den Innovationsprozess. Ziel der Workshop-Reihe war es, die befragten Ergebnisse gemeinsam mit allen mit Innovation befassten PartnerInnen zurück zu spiegeln, zu verdichten sowie zu ergänzen.

Die Workshops und der Abstimmungsprozess mit der Studie wurden von der INOVATO-Beratungsgruppe begleitet. Die Detailausarbeitung auf Basis der erarbeiteten Ergebnisse erfolgte in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister durch eine Redaktionsgruppe, die sich aus Mitwirkenden aus dem bisherigen Prozess zusammensetzte und alle relevanten Perspektiven abdeckte.

Aus dem Prozess resultierten letztlich rund 60 Maßnahmen, die zur Umsetzung der Vision „Innovativste Stadt Österreichs“ beitragen können und sollen. In der Redaktionsgruppe wurden diese Maßnahmen, die teilweise zueinander Überschneidungen aufweisen, auf Schwerpunktmaßnahmen für die erste Umsetzungsphase konzentriert. Mit eingeflossen sind dabei auch die Priorisierungen aus dem Maßnahmen-Workshop im Oktober 2017. Nachfolgend werden diese Maßnahmen einzeln und  detaillierter beschrieben.

35 Ansätze bringen Linz dem Ziel, innovativsten Stadt Österreichs zu werden, näher

Neben einer wissenschaftlichen Einleitung, den Visionen für die innovative Zukunft von Linz sowie die Beschreibung und Bestandsaufnahme des Innovations-Ökosystem Großraum Linz (JKU-Studie), beinhaltet das Innovationsprogramm 35 ausgearbeitete Maßnahmen. Diese untergliedern sich wiederum in sechs Schwerpunkte.

1. Unternehmen
2. Infrastruktur
3. Politik und Kapital
4. Lebensraum und Lebensqualität
5. Menschen und Fähigkeiten
6. Kultur und Image

1) Unternehmen - Stärke des regionalen Innovationsökosystems

Die wesentliche Stärke des regionalen Innovations-Ökosystems sind die Betriebe. Die Region verfügt über einen guten Mix aus vereinzelten Leitbetrieben, zahlreichen, mitunter global hoch erfolgreichen KMUs und einer dank der gelungenen Aufholjagd der letzten Jahre lebendigen Start-Up-Szene. Zwischen traditionellen Fertigungsbetrieben und softwareorientierten Start-Ups etablieren sich aktuell innovative, digitalisierte Produkte erzeugende Industrieunternehmen, auf denen große Hoffnungen für die Zukunft der Region ruhen.

Unter diesen Schwerpunkt fallen in Summe sieben Handlungsansätze:

2) Infrastruktur – Treiber der Innovationsdynamik

Die Verkehrs-Infrastruktur ist aktuell die Achilles-Ferse des regionalen Innovations-Ökosystems. Die häufigen Verkehrsstaus dämpfen die Innovationsdynamik und bilden eine Gefahr für die Attraktivität des Ballungsraums für Betriebe und Schlüsselarbeitskräfte. Umgekehrt können offensive neue Verkehrslösungen als Gradmesser und Botschafter für den Anspruch der Stadt Linz als führende Innovationsstadt dienen, wenn sie mit hochwertigen Designlösungen und dem Einsatz moderner digitaler Technologien verknüpft werden.

Acht der folgenden Ansätze werden in diesem Kapitel beleuchtet:

3) Politik und Kapital – Handlungsfähigkeit her- und sicherzustellen

Die aktuell vordringlichste Aufgabe der Politik im Innovationsökosystem ist es, Handlungsfähigkeit her- und sicherzustellen. Das bedeutet einerseits durch Entbürokratisierung die Handlungsfähigkeit der Betriebe zu stärken. Man denke etwa an einen One-Stop-Shop der öffentlichen Verwaltung mit direktem Zugang zur Spitzenpolitik. Es bedeutet andererseits die Fähigkeit der Politik, Konsens und Finanzierung für Lösungen zu Stande zu bringen, die auf der besten verfügbaren Expertise beruhen.

Folgende drei Maßnahmen beinhaltet diese Schwerpunktsetzung:

4) Lebensraum und Lebensqualität – Bemühungen um eine integrierte Gesellschaft

Lebensraum und Lebensqualität sind gemeinsam mit den Unternehmen die Stärke des regionalen Innovationsökosystems und wesentlich ein Ergebnis der Bemühungen um eine integrierte Gesellschaft. Der Großraum bietet noch leistbaren Wohnraum, Erholungsmöglichkeiten in nahegelegener, unversehrter Natur und dank hoher Sicherheit weitestgehende Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum.

Diese Schwerpunktsetzung skizziert im konkreten vier Ansätze:

5) Menschen und Fähigkeiten - Schlüsselfaktor regionaler Innovationssysteme

Human Resources sind der Schlüsselfaktor regionaler Innovationssysteme. Der Großraum Linz-Wels leidet seit mehr als einem Jahrzehnt konstant bis zunehmend an Fachkräfte-Mangel, insbesondere bei technischen FacharbeiterInnen, HTL-AbsolventInnen sowie HochschulabsolventInnen der Fächer Mechatronik, Maschinenbau und Informatik. Einzelne Betriebe mit exzellentem Employer-Branding und langjährigen engen Kontakten zu Universitäten oder Fachhochschulen gelingt es bis jetzt, alle offenen Stellen hochqualifiziert zu besetzten, andere haben bereits Auslandsniederlassungen eröffnet, um genügend Zugang zu Humanressourcen zukommen.

Acht Ansätze sollen die Human Ressource im Großraum Linz-Wels fördern:

6) Kultur und Image - radikalere Innovationen und verbesserte Fehlerkultur

Kultur und Image stellen große Herausforderungen in Bezug auf die Steigerung der Innovationskraft des Linzer Großraums dar: Der Ruf nach radikaleren Innovationen und einer verbesserten Fehlerkultur wird lauter. Idealerweise geht dies mit einer Erweiterung des Innovationsverständnisses einher. Von größter Bedeutung für die Entwicklung der Innovationskraft der Region erscheint die mangelnde Sichtbarkeit von Innovationsleistungen. Sie bildet die Grundlage für das Identifizieren optimaler Kooperationspartner, hat Vorbildcharakter für die Kreativen in der Region und stärkt das bislang noch wenig ausgeprägte Image des Linzer Großraums als Ort der Innovation im Gegensatz zur immer noch weit verbreiteten Assoziation von Linz mit Nachkriegs-Schwer-Industrie.

Das Schwerpunktthema Kultur und Image beinhaltet fünf weiterführende Maßnahmen:

Nächsten Umsetzungsschritte und Rolle der Stadt

Ausgangspunkt und Startpunkt für alle Umsetzungsaktivitäten ist der Beschluss im Linzer Gemeinderat. Aus diesem Grund wird das Innovationsprogramm in nächsten Innovationsausschuss diskutiert und in Folge den Mitgliedern des Gemeinderates im April zur Beschlussfassung vorgelegt.

Bei den einzelnen, im Innovationsprogramm beschriebenen Maßnahmen, variiert die  Rolle der Stadt. Sie stellt zum einen den Raum für die Realisierung eines Projektes zur Verfügung, arbeitet direkt am Projektumfeld mit oder stößt Prozesse an. Zum anderen kann bei manchen Maßnahmen die Stadt aktiver Einfluss nehmen und auch eine inhaltlich gestaltende Rolle übernehmen.

Wesentlich für die Realisierung ist das gute Zusammenspiel der Innovatoren, Stakeholder wie auch der Bevölkerung: 

  • Was kann und soll Aufgabe der Stadt sein? 
  • Wie sollen Stadt, Land und Region zusammenwirken? 
  • Worin besteht die Rolle der Unternehmen und Innovatorinnen / Innovatoren sowie der Protagonistinnen / Protagonisten und Entscheiderinnen / Entscheider des Ökosystems? 
  • Welche Rolle soll die Bevölkerung einnehmen?

Zur Umsetzung des Programmes benötigt es des Weiteren klare organisatorische Strukturen. Neben eines Innovationsbeirats sowie einer Prozess-Steuerungsgruppe bedarf es einer zentralen Koordinationsstelle (Innovationsbüro), die im Wesentlichen die Umsetzung der Maßnahmen vorantreibt, die Vernetzung zwischen Innovatoren, Stakeholdern und der Bevölkerung innehat  und die laufende Kommunikation zwischen allen Beteiligten vorantreibt.

„Das Innovationsprogramm mit seinen Maßnahmen soll lebendig sein. Im Gehen wird die Vision immer klarer und damit auch die zielführenden Schritte. Innovativste Region zu werden ist eine Herausforderung, die über die Stadt hinausgehend alle Fähigkeiten und Institutionen benötigt: Unternehmen, Entscheidungsträger und sowie die gesamte Bevölkerung“, so Bürgermeister Klaus Luger abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum Thema „Linzer Innovationsprogramm 2018“)

Informationsunterlage (PDF, 256 kB) (neues Fenster).

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