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Kinderbetreuung
SOZIALES
Presseaussendung vom 15.11.2017

Neue städtische Dienstleistung startet in vier Linzer Kindergärten

Pilotprojekt Kindergartensozialarbeit

Um Familien mit ihren Kindern und die Pädagoginnen und Pädagogen optimal zu unterstützen, sowie um Fehlentwicklungen früh zu erkennen bzw. zu entschärfen, braucht es in den Kindergärten Sozialarbeit. Mit einer präventiven, vor Ort angebotenen, niederschwelligen Sozialarbeit können auch drohende Kindeswohlgefährdungen erkannt und rechtzeitig abgewendet werden.

Sozialarbeit vor Ort kann einen wichtigen Beitrag zur Integration der Kinder und deren Familien in die Gesellschaft und das Sozial- und Bildungssystem leisten. Dieses familienunterstützende Angebot steht dank eines städtischen Pilotprojekts künftig in Linz zur Verfügung und soll im nächsten Gemeinderat beschlossen werden.

Konkret bieten diese neue Dienstleistung vier Kindergärten in den Stadtteilen Auwiesen, grüne Mitte, Ebelsberg sowie im Neustadtviertel an. Zwei Expertinnen mit jeweils 20 Wochenstunden sind bis 30. August 2019 im Einsatz. Die Kosten sind durch eine Förderung des Landes Oberösterreich abgedeckt.

„Mit dem Einsatz von Sozialarbeit in Kindergärten bekommen Eltern und Kinder eine zusätzliche Ansprechperson vor Ort. Die Erfahrungen aus der Schulsozialarbeit zeigen die Wichtigkeit und Richtigkeit von derartigen Angeboten“, betont Familienreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. „Probleme und Schwierigkeiten können frühzeitig erkannt und bearbeitet werden, die Kindergärten werden so zu einem Teil eines sozialen Frühwarnsystems“, so Hörzing weiter.

Bedarfsorientierte Unterstützung von Familien

In Kindergärten erfolgt familienunterstützend und familienergänzend in Zusammenarbeit zwischen Eltern, Personal und Rechtsträger die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern unter besonderer Berücksichtigung des Kindeswohles.

Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen sind für viele Eltern Vertrauenspersonen. Sie teilen ihre Sorgen und Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung ihrer Kinder, Veränderungen in ihrem Familienleben oder belastender Situationen den Pädagoginnen und Pädagogen mit. Ebenso beobachten Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen die Eltern im Umgang mit ihren Kindern. Aufgrund ihrer fundierten pädagogischen Ausbildung sind sie in der Lage, Auffälligkeiten oder Veränderungen wahrzunehmen.

Den Bedarf an Beratung und Unterstützung in familiären Angelegenheiten können die Pädagoginnen und Pädagogen aber nicht abdecken. Oft kennen sie die Hilfsangebote nicht und sind mit dem Angebot der Kinder- und Jugendhilfe nicht vertraut. Manche Familien sind nicht in der Lage selbständig eine Beratungseinrichtung aufzusuchen. Um Familien mit ihren Kindern und die Pädagoginnen und Pädagogen adäquat zu unterstützen, ist es förderlich in den Kindergärten Sozialarbeit anzubieten, um Fehlentwicklungen früh zu erkennen und zu entschärfen.

Mit einer präventiven, vor Ort angebotenen, niederschwelligen Sozialarbeit können auch drohende Kindeswohlgefährdungen erkannt und rechtzeitig abgewendet werden. Eine nachhaltige, langfristige, zuverlässige und durch mehrere Akteure getragene und umgesetzte Präventionsarbeit kann der Entstehung von Risikoverhalten oder negativ beeinflussenden Faktoren zuvorkommen.

„Sozialarbeit vor Ort leistet einen wichtigen Beitrag, um Kinder einen Platz in der Gesellschaft und im Bildungs- und Sozialsystem zu sichern. Dieses familienunterstützende Angebot steht dank eines städtischen Pilotprojekts künftig in vier städtischen Kindergärten zur Verfügung“, zeigt sich Vizebürgermeisterin Hörzing erfreut. Die Vereinbarung dazu soll im nächsten Gemeinderat beschlossen werden.

Ausgangssituation

Die Abteilung Jugendgesundheit und Schulsozialarbeit bietet seit vielen Jahren präventive Sozialarbeit und präventive Sozialmedizin an. Mit der Eltern- und Mutterberatung und dem städtischen IGLU können Eltern mit Babys und Kleinkindern bis zum Alter von drei Jahren erreicht werden.

Seit mehr als zehn Jahren bietet der Magistrat Linz erfolgreich Schulsozialarbeit im Linzer Pflichtschulbereich an. Ziel ist es, ein vergleichbares Angebot auch an Kindergärten umzusetzen, um so früh wie möglich professionelle psychosoziale Beratung anzubieten. Die Hemmschwelle eine Beratungseinrichtung aufzusuchen, fällt mit einem Angebot vor Ort weg.

Pilotprojekt läuft bis August 2019

Um  die  Sozialarbeit  im  Kindergarten  qualitativ  weiterzuentwickeln  und  zu  evaluieren, bedarf  es  eines  höheren  Personaleinsatzes.  Inhalt dieses Projektes ist die vorläufig befristete Implementierung der präventiven Kindergartensozialarbeit in den Projektkindergärten. Konkret sind das vier Kindergärten in den Stadtteilen Auwiesen, grüne Mitte, Ebelsberg sowie im Neu-stadtviertel. Zwei Expertinnen mit jeweils 20 Wochenstunden sind bis 30. August 2019 im Einsatz. Die Kosten sind durch eine Förderung des Landes Oberösterreich abgedeckt.

Gründe für den Einsatz von Kindergartensozialarbeit

Die Gründe für den Einsatz von Sozialarbeit an Bildungseinrichtungen sind vielfältig, beispielsweise:

  • Erziehungsfragen oder -überforderung 
  • Scheidung, Trennung oder Obsorgestreitigkeiten
  • Ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse
  • Integrationsschwierigkeiten von Familien mit Migrationshintergrund 
  • Verweigerung des Kindergartenbesuches
  • Verhaltensauffälligkeit
  • Fehlende Impulskontrolle des Kindes 
  • Vernachlässigung des Kindes
  • Gewalt in der Familie
  • Todesfall oder schwere Erkrankung
  • Psychische Erkrankung einer Erziehungsperson
  • Alkohol- oder Suchtmittelmissbrauch einer Erziehungsperson

Vorteile für alle Beteiligten

Viele Faktoren sprechen für einen Einsatz von Sozialarbeit in Kindergärten. Kinder, Eltern und Erziehungsberechtigte erhalten eine kompetente Ansprechperson in sozialen Angelegenheiten vor Ort. Es kann eine Vermittlung an spezialisierte Beratungsstellen erfolgen. Außerdem erhalten Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen Unterstützung bei der Vorbereitung schwieriger Elterngespräche.

Die Kindergärten selbst werden Teil eines „sozialen Frühwarnsystems“. Und die Schulsozialarbeit profitiert von dem vorangegangenen Beziehungsaufbau zu den Kindern sowie den bestehenden Kontakten zu den Eltern und erhält eine Überleitung vom Kindergarten zur Schule.

Wertvolle Leistungen

Die Kindersozialarbeit erbringt wertvolle Leistungen, beispielsweise:

  • Anamnese
  • Beobachtung des Kindes in der Gruppe, Verhaltensbeobachtung (Spielverhalten, Umgang mit anderen, Umgang mit Konfliktsituationen, Sprachentwicklung etc.)
  • Elterngespräche
  • Einsatz der neuen methodischen Erkenntnisse aus Gesprächsführung sowie Konfliktmanagement
  • Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kindergartens 
  • Persönliche Kontakte zum Kind
  • Entwicklung eines Betreuungsplans 
  • Erziehungsberatung
  • Einhaltung der Standards der Kinder- und Jugendhilfe in Oberösterreich
  • Fachlicher Austausch und Vernetzung mit anderen Fachkräften (Kindergarten Ärztin und -Arzt, Sprachtrainerin und Sprachtrainer, Logopädin und Logopäde usw.) 
  • Vermittlung und Vernetzung mit externen Kooperationspartnerinnen und -partnern wie Familien- und Jugendberatungsstellen, Med Campus IV, Neurolinguistische Ambulanz der Barmherzigen Brüder, Kinderhilfswerk, Kinderschutzzentrum, etc.
  • Sicherung  der Qualität durch regelmäßige Inter- und Supervision sowie Dokumentation und Evaluation.

Ziele der Kindergartensozialarbeit

Vorrangiges Ziel der Kindergartensozialarbeit ist die Förderung einer positiven Gestaltung der familiären Rahmenbedingungen zur Sicherung einer gedeihlichen Kindesentwicklung. Außerdem die vertrauensvolle  Zusammenarbeit vor Ort, auch in der Form aufsuchender Sozialarbeit. Weiters wird der Aufbau von Vernetzungsangeboten mit den bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten im psychosozialen, pädagogischen und gesundheitlichen Bereich angestrebt. Auch die Förderung von sozialen Kontakten im Sinne einer am Gemeinwesen orientierten Sozialarbeit ist ein Ziel der Kindergartensozialarbeit. Auch die Entwicklung und Einführung neuer innovativer Ansätze zur Förderung der Kindesentwicklung sowie die Unterstützung des pädagogischen Alltags im Kindergarten sollen in diesem Zusammenhang angeführt werden.

„Kindergartensozialarbeit ist eine neue, zusätzliche Dienstleistung der Stadt Linz, die einmal mehr Familien unterstützend zur Seite steht. Die große Summe an Maßnahmen und Einrichtungen zeigen, dass die Familienstadt Linz ein dicht ausgebautes Netz für die kleinsten Linzerinnen und Linzer und deren Eltern zu bieten hat“, so Vizebürgermeisterin Hörzing abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Pilotprojekt Kindergartensozialarbeit“)

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