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Kinderbetreuung
SOZIALES
Presseaussendung vom 17.05.2018

Pilotprojekt Kindergartensozialarbeit wird gut angenommen

Alle Beteiligten profitieren von innovativer städtischer Dienstleistung

Sozialarbeit vor Ort kann einen wichtigen Beitrag zur Integration der Kinder und deren Familien in die Gesellschaft und das Sozial- und Bildungssystem leisten. Linz bietet dieses familienunterstützende Angebot dank eines städtischen Pilotprojekts seit November 2017 an.

Konkret gibt es diese Dienstleistung in mehreren Kindergärten in den Stadtteilen Auwiesen, grüne Mitte, Franckviertel, Ebelsberg, Kleinmünchen sowie im Neustadtviertel. Die Expertinnen und Experten sind vorläufig bis 30. August 2019 im Einsatz. Die Kosten sind überwiegend durch eine Förderung des Landes Oberösterreich abgedeckt.

Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv. In den betreuten Kindergärten erreichte die Kindergartensozialarbeit (KISA) zirka 800 Kinder. Davon wurden von Anfang November 2017 bis Ende Februar 2018 etwa 120 Familien durch die Kindergartensozialarbeiterinnen und Kindergartensozialarbeiter betreut.

„Eltern und Kinder haben dank dem Einsatz von Sozialarbeit in ihren Kindergärten eine zusätzliche Ansprechperson. Die Erfahrungen aus der Schulsozialarbeit zeigen die Wichtigkeit und Richtigkeit von derartigen Angeboten. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass diese wichtige Unterstützung nun auch in den Linzer Kindergärten zur Verfügung steht. Schwierigkeiten und Probleme können frühzeitig erkannt und professionell bearbeitet werden. Die Kindergärten werden so zu einem Teil des sozialen Frühwarnsystems“, betonen Familienreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing und die für die städtischen Kindergärten zuständige Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Ausgangssituation

Die Gründe für den Einsatz von Sozialarbeit in Bildungseinrichtungen sind vielfältig, beispielsweise:

  • Erziehungsfragen oder -Überforderung 
  • Scheidung, Trennung oder Obsorgestreitigkeiten
  • Ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse
  • Verhaltensauffälligkeit
  • Fehlende Impulskontrolle des Kindes 
  • Verweigerung des Kindergartenbesuches
  • Integrationsschwierigkeiten von Familien mit Migrationshintergrund 
  • Vernachlässigung des Kindes
  • Gewalt in der Familie
  • Todesfall oder schwere Erkrankung
  • Psychische Erkrankung einer Erziehungsperson
  • Alkohol- oder Suchtmittelmissbrauch einer Erziehungsperson

Vorteile für alle Beteiligten

Viele Faktoren sprechen für einen Einsatz von Sozialarbeit in Kindergärten. Kinder, Eltern und Erziehungsberechtigte erhalten eine kompetente Ansprechperson in sozialen Angelegenheiten vor Ort. Es kann eine Vermittlung an spezialisierte Beratungsstellen erfolgen. Außerdem erhalten Kindergartenpädagoginnen und –pädagogen Unterstützung bei der Vorbereitung schwieriger Elterngespräche und bei der Einschätzung sozialer Fragen.

Die Kindergärten selbst werden Teil eines sozialen Frühwarnsystems. Die Kindergartensozialarbeit profitiert vom vorangegangenen Beziehungsaufbau zu den Kindern sowie den bestehenden Kontakten zu den Eltern und bildet damit eine wichtige Überleitung vom Kindergarten zur Schule.

Wertvolle Leistungen

Die Kindergartensozialarbeit erbringt wertvolle Leistungen, beispielsweise:

  • Anamnese
  • Beobachtung des Kindes in der Gruppe, Verhaltensbeobachtung (Spielverhalten, Umgang mit anderen, Umgang mit Konfliktsituationen, Sprachentwicklung etc.)
  • Elterngespräche
  • Einsatz der neuen methodischen Erkenntnisse aus Gesprächsführung sowie Konfliktmanagement
  • Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kindergartens 
  • Persönliche Kontakte zum Kind
  • Entwicklung eines Betreuungsplans 
  • Erziehungsberatung
  • Einhaltung der Standards der Kinder- und Jugendhilfe in Oberösterreich
  • Fachlicher Austausch und Vernetzung mit anderen Fachkräften (Ärztin/Arzt, Sprachtrainerin/Sprachtrainer, Logopädin/Logopäde usw.) 
  • Vermittlung zu und Vernetzung mit externen Kooperationspartnerinnen und -partnern wie Familienberatungsstellen, sonstige spezialisierte Beratungsstellen, Krankenhäuser etc.
  • Sicherung  der Qualität durch regelmäßige Inter- und Supervision sowie Dokumentation und Evaluation.

Ziele der Kindergartensozialarbeit

Vorrangiges Ziel der Kindergartensozialarbeit ist die Förderung einer positiven Gestaltung der familiären Rahmenbedingungen zur Sicherung einer gedeihlichen Kindesentwicklung. Außerdem steht die vertrauensvolle  Zusammenarbeit  vor  Ort, auch  in  der  Form aufsuchender Sozialarbeit, im Fokus. Weiters wird der Aufbau von Vernetzungsangeboten mit den bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten im psychosozialen, pädagogischen und gesundheitlichen Bereich angestrebt. Auch die Förderung von sozialen Kontakten im Sinne einer am Gemeinwesen orientierten Sozialarbeit ist ein Ziel der Kindergartensozialarbeit. Die Entwicklung und Einführung neuer innovativer Ansätze zur Förderung der Kindesentwicklung sowie die Unterstützung des pädagogischen Alltags im Kindergarten sollen in diesem Zusammenhang ebenfalls angeführt werden.

Kindergartensozialarbeit kommt 800 Kinder zu Gute

In den betreuten Kindergärten kommt die Kindergartensozialarbeit (KISA) zirka 800 Kinder zu Gute. Davon wurden von Anfang November 2017 bis Ende Februar 2018 etwa 120 Familien durch die Kindergartensozialarbeiterinnen und Kindergartensozialarbeiter betreut. Konkret stellten sich im beschriebenen Zeitraum folgende Kontakte/Tätigkeiten dar:

In der ersten Phase des Projektes lag der Fokus auf dem Beziehungsaufbau zu den Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen sowie zu den Leiterinnen und Leitern, damit diese Vertrauen in diesen für den Kindergarten neuen Bereich der Sozialarbeit entwickeln können. Der erste Kontakt zu KISA erfolgt in erster Linie über die Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen, die sich im Rahmen der Präsenzzeit an die Kindergartensozialarbeiterinnen und Kindergartensozialarbeiter wenden.

In einem ersten Abklärungsgespräch wird versucht, die Sorge konkret zu benennen und gemeinsam mit den Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen erste Handlungsoptionen zu entwickeln. Häufig geht es um Informationen zu Unterstützungsangeboten im sozialen Feld, Ängste und  Unsicherheiten rund um die Kinder und Jugendhilfe, sowie den Umgang mit sozialen Schwierigkeiten aller Art, die im Gruppenalltag oder in der Kooperation mit den Eltern zu Problemen führen. Erfreulich ist zu beobachten, dass durch diese „kleine“ Intervention im Erstgespräch oftmals bereits ein Prozess ausgelöst wird, der die Situation entspannt und für die Betroffenen Veränderungen spürbar werden lässt.

Sollte sich eine Situation im Erstgespräch nicht lösen lassen, werden weitere Beratungsgespräche mit den Pädagoginnen und Pädagogen und Eltern geführt. In diesen vertraulichen Einzelgesprächen haben Eltern die Möglichkeit, ihre Anliegen und Sorgen zu besprechen und gemeinsam mit der KISA Lösungen für ihre individuellen Herausforderungen zu erarbeiten. Um die Beobachtungen der Pädagoginnen und Pädagogen besser verstehen zu können, ist es hilfreich das Kind in der Gruppe kennenzulernen. Die Elterngespräche werden derzeit noch überwiegend über die Pädagoginnen und Pädagogen angeregt. Konkret wurden folgende Problemlagen im Zeitraum von November 2017 bis Feb 2018 bearbeitet:

Zu den sonstigen Problemfeldern gehören aggressives Verhalten des Kindes, Konflikte im Kindergarten, Übergang Kindergarten/Schule, Todesfall Erkrankung der Eltern, Alkohol/Suchtmittelmissbrauch der Eltern, Psychosomatik, Verweigerung des Kindegartenbesuches.

Vorläufiges Resumee

Der persönliche Eindruck der Kindergartensozialarbeiterinnen und Kindergartensozialarbeiter ist, dass das Angebot in den Kindergärten sehr offen aufgenommen wird. Zu Beginn war es sehr wichtig, Kontakt und Beziehung zu den Pädagoginnen und Pädagogen aufzubauen, damit diese Vertrauen und Sicherheit zu und im Umgang mit Kindergartensozialarbeit entwickeln können. In den Kindergartengruppen, in denen es schon eine vertrauensvolle Basis zwischen Kindergartensozialarbeit und Pädagoginnen und Pädagogen gibt und vor allem dort, wo es schon gelungene Interventionen gab, ist ein deutlich höherer Zulauf durch Eltern gegeben. 

Rückmeldungen der Kindergärten

  • Kindergartensozialarbeit ist Teil vom KG-Team und doch außenstehend – dies bringt eine Außensicht und Vertraulichkeit
  • In der Arbeit mit den Kindern/Familien entsteht durch den Austausch mit Kindergartensozialarbeit ein anderer Blickwinkel
  • Die Eltern wissen, dass jemand da ist - das Angebot vor Ort wird als sehr praktisch gesehen
  • Kindergartensozialarbeit wird als unkompliziert erlebt
  • Kindergartensozialarbeit lenkt den Fokus auf das Positive  
  • Kindergartensozialarbeit entschleunigt und bringt Ruhe in den Kindergarten-Alltag
  • Es ist jemand da, der sich um schwierige Situationen/Krisen kümmert
  • Beteiligte können sich rückversichern, absprechen
  • Besserer Austausch mit der Erziehungshilfe; Kindergartensozialarbeit wird als Brückenbauerin gesehen

„Kindergartensozialarbeit ist eine neue, zusätzliche Dienstleistung der Stadt Linz, die einmal mehr Familien unterstützend zur Seite steht. Die große Summe an Maßnahmen und Einrichtungen zeigen, dass die Familienstadt Linz ein dicht ausgebautes Netz für die kleinsten Linzerinnen und Linzer und deren Eltern zu bieten hat“, so Vizebürgermeisterin Hörzing und Stadträtin Schobesberger unisono.

Weiterer Gesprächspartner:
KJS-Direktor Mag. Josef Kobler

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeisterin Karin Hörzing und Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Evaluierung Pilotprojekt Kindergartensozialarbeit“)

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

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