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Familienberatung (Foto: ESB Professional Shutterstock)
SOZIALES
Presseaussendung vom 27.06.2018

Institut für Familien- und Jugendberatung

Fundierte Unterstützung für Familien seit 70 Jahren

Das Institut für Familien- und Jugendberatung der Stadt Linz feiert heuer sein 70-jähriges Bestehen. Schon kurz nach dem 2. Weltkrieg, 1947, wurde im Linzer Gemeinderat der Beschluss gefasst, innerhalb des damaligen Jugendamtes eine Erziehungsberatungsstelle einzurichten. 1948 wurde dieses Vorhaben realisiert. 

„Obwohl sich die gesellschaftlichen Bedingungen - und damit zum Teil natürlich auch die Beratungsinhalte - seitdem grundlegend gewandelt haben, hat die kommunale Beratungsstelle ihre Bedeutung über die Jahrzehnte hinweg beibehalten und ist heute gefragter denn je“, informiert die für Angelegenheiten der Unternehmung „Kinder- und Jugend-Services Linz" zuständige Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Allzu leicht geraten familiäre Strukturen heutzutage unter Druck, die Scheidungsraten sind hoch, Kinder und Jugendliche müssen oft mit schnell wechselnden Lebensverhältnissen zu Rande kommen. Leistungsanforderungen auf der einen, prekäre Arbeitssituation der Eltern und Konsumzwang auf der anderen Seite tun ihr Übriges, und schnell sind Kinder wie Eltern „außer Tritt“.

In vielen Fällen war und ist die Familienberatungsstelle der Stadt Linz dann erste Anlaufstelle für Probleme in diesem Bereich. Seit Juli 2016 steht die Beratungseinrichtung unter der Leitung von Mag.a Barbara Spranger.
 
Das Institut für Familien- und Jugendberatung verbindet vier Aufgabenfelder unter einem Dach:

  • Kinderpsychologisches Kompetenzzentrum
  • Kinder- und jugendlichentherapeutische Einrichtung
  • Psychologischer Dienst für die Jugendwohlfahrt
  • Familien- und Partnerberatungsstelle (vom Bund gefördert)

Die Jahrzehnte bewährte Kombination von kinderpsychologischer Diagnostik, Erziehungsberatung und therapeutischer Hilfe bietet beste Voraussetzungen, um alle Kinder und Jugendlichen bestens betreuen zu können. Das ergänzende Angebot im Erwachsenen- und Jugendlichenbereich (zum Beispiel Ehe-/Partnerberatung, First Love-Ambulanz) komplettiert das Angebot des Institutes und gehört darüber hinaus zum Netz der vom Bund geförderten Familien- und Partnerberatungsstellen in ganz Österreich. Ein niederschwelliger Zugang mit klientInnenfreundlichen Öffnungs- und Beratungszeiten auch an den Nachmittagen gehört zu den Qualitätsmerkmalen dieser Einrichtung.

Rückblick 2017

Im vergangenen Jahr wurden 3.267 Beratungskontakte mit 1.226 Personen verzeichnet. Der Zugang zur Beratungsleistung des Instituts erfolgte zu 36,7 Prozent auf Eigeninitiative der Familien, 24,3 Prozent wurden von den Sozialarbeiterinnen, vor allem  der Kinder- und Jugendhilfe und Schulsozialarbeit, und 23,7 Prozent von Schulen zugewiesen.

Die am stärksten vertretene Altersgruppe waren Kinder im Pflichtschulalter  zwischen sechs und vierzehn Jahren. Das Verhältnis Mädchen zu Buben beträgt 40:60. 60 Prozent der Kinder, die 2017 Beratung oder Therapie erhielten, waren Buben. Die gefragtesten Bereiche sind mit 32 Prozent Lern- und Leistungsschwierigkeiten und mit 22 Prozent waren Verhaltensprobleme Grund des Aufsuchens der Einrichtung. Daneben sind oft Ängste, psychosomatische Reaktionen, soziale Schwierigkeiten oder die Trennungsproblematik der Eltern Anlass einer Beratung.   

Beste Beratung

Acht Teilzeit-Psychologinnen und -Psychologen und eine halbtags tätige pädagogisch-psychologische Fachkraft  stellen das Kernteam des Instituts für Familien- und Jugendberatung. Hinzu kommen noch Honorarmitarbeiterinnen, die stundenweise in der Rechtsberatung oder der First-Love-Ambulanz eingesetzt werden.     

Als besonderes Service bietet das Institut für Familien- und Jugendberatung auch eine gezielte kinderpsychologische und pädagogische Diagnostik bei Lern- und Leistungsproblemen an. Darunter fällt auch das Erkennen von Legasthenie und Dyskalkulie. Zusätzlich gibt es jeweils bedarfsorientiert therapeutische Gruppenangebote für Kinder zur Scheidungsbewältigung und bei Problemen im Sozialverhalten. Diese sind (wie auch die Einzeltherapie) kostenlos bzw. mit geringen Kosten verbunden, damit alle Familien notwendige Therapien für ihre Kinder in Anspruch nehmen können.

Bei der Kindererziehung herrscht häufig große Verunsicherung und zum Teil Überforderung der Eltern. Ein Grund dafür ist sicherlich die gesellschaftliche Tendenz zur Flexibilisierung speziell bei den Arbeitszeiten der Eltern. Denn diese bewirkt oftmals eine Auflösung von familiären Strukturen, wie Rhythmus, Regelmäßigkeit der Abläufe und Ruhepausen, die Kinder für die seelische gesunde Entwicklung benötigen. Erziehungsberatung, die auf die persönliche Situation der Familien angepasst ist, hat lange Tradition.

Geschichtliche Entwicklung

Schon im Jahr 1947 wurde der Grundstein für die städtische Einrichtung gelegt. Der Linzer Gemeinderat beschloss  die Errichtung einer Erziehungsberatungsstelle in Linz, die 1948 geöffnet hat. Angefangen wurde mit einem einzigen Beratungsnachmittag in der Woche durch einen als Mittelschullehrer tätigen Psychologen. Ein Jahr später konnte die Einrichtung erweitert und der erste hauptamtliche Psychologe angestellt werden. Ab 1951 fand die Zusammenlegung mit der erweiterten Erziehungsberatungsstelle im Institut für Erziehungshilfe statt. Der Personalstand lag damals bei sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zu den normalen Aufgaben kam 1958 auch eine Eheberatungsstelle hinzu. 1961 erfolgte die Übersiedlung des Instituts inklusive der heilpädagogischen Ambulanz in das neu errichtete Jugendwohlfahrtshaus an der Anastasius-Grün-Straße. Die Umbenennung in Institut für Familien- und Jugendberatung geschah 1974. 1996 und 2004 wurden die neuen Eltern-Kind-Zentren Ennsfeld und Pichling, 2005 auch das städtische Mutter-Kind-Haus organisatorisch an die Abteilung angegliedert. Nach der Übersiedlung in die Pfarrgasse 1999 kam ein erneuter Wechsel 2005 in das ehemalige Rathaus von Urfahr an der Rudolfstraße gemeinsam mit der Direktion der Kinder- und Jugendservices. Dies ging mit der Umstrukturierung des Magistrats einher, bei dem das Institut in die neu gegründete städtische Unternehmung Kinder- und Jugendservices Linz eingegliedert wurde.

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens veranstaltet das Institut für Familien- und Jugendberatung am 29. Juni 2018 ab 8 Uhr im Pressezentrum des Alten Rathauses eine Fachtagung zum Thema „Die erschöpfte Familie“.

Kontakt: Institut für Familien- und Jugendberatung der Stadt Linz
Rudolfstraße 18, 4040 Linz
Tel.: +43 (0)732/7070-2700
Fax.: +43 (0)732/7070-2710
E-Mail: inst.fjb@mag.linz.at
bei Erstberatungen wird um tel. Voranmeldung ersucht

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

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