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Kinderbetreuung (Foto: fizkes / shutterstock)
SOZIALES
Presseaussendung vom 11.09.2018

Private Kinderbetreuungseinrichtungen in Linz

Förderung für „Nest“ und „Schaukelpferd“ langfristig gesichert

Die hohe Lebensqualität für Familien in der Landeshauptstadt Linz beruht zu einem großen Teil auf den umfangreichen Versorgungsangeboten für Kinder. Vor allem die Sicherheit einen garantierten Betreuungsplatz für sein Kind vorzufinden, ermöglicht erst eine solide Lebensplanung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Neben den städtischen Einrichtungen bieten auch zahlreiche private Organisationen Betreuungsleistungen in Kindergärten, Horten und Krabbelstuben an.

„Das große Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen in der Landeshauptstadt baut auch auf die Unterstützung von privaten Trägern. Aus diesem Grund investiert die Stadt auch insgesamt 4,8 Millionen Euro pro Jahr für diese Betreuungsleistungen. Das einheitliche Linzer Tarifmodel erleichtert Eltern die Wahl des Wunschkindergartens ohne auf unterschiedliche Kosten achten zu müssen. Darüber hinaus bleibt auch die Nachmittagsbetreuung leistbar“, zeigt sich Familienreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing über das umfangreiche Angebot erfreut.   

Mehr als 3.600 Kinder privat betreut

Das flächendeckende Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen wird durch zahlreiche private Angebote unterstützt. 2017 wurden in den privaten Einrichtungen mehr als 3.600 Kinder betreut. 1.619 davon in privaten Kindergärten, 48 in privaten Krabbelstuben und 340 nahmen einen privaten Hortplatz in Anspruch. Die größte Anbieterin ist die Pfarrcaritas mit insgesamt 49 Gruppen, gefolgt von den Kinderfreunden mit 16 Gruppen. Der Hort Franziskanerinnen der Brucknerschule bietet sieben Gruppen, alle weiteren elf Anbieterinnen je zwischen einer und fünf Betreuungsgruppen.

1.017 Kinder fanden einen Platz in einer der flexiblen Einrichtungen, wie „Das Nest“, „Schaukelpferd“ oder wurden durch eine der 20 Linzer Tagesmütter betreut. Private Betriebskindergärten in Unternehmen und heilpädagogischen Einrichtungen ergänzen das vorhandene Angebot mit etwa 50 Gruppen.

Beste Versorgungsdichte für Linzer Kinder

Derzeit besuchen zirka 12.600 junge Linzerinnen und Linzer eine Krabbelstube, einen Kindergarten oder einen Hort. Etwas mehr als 10.000 (80 Prozent) von ihnen betreuen die städtischen Kinder- und Jugendservices (KJS). Von den 1.110 Krabbelstubenplätzen bieten die KJS 940 (85 Prozent). Bei den 6.500 Kindergartenplätzen beträgt der Anteil 72 Prozent (4.670 Plätze) und bei den 4.960 Hortplätzen 89 Prozent (4.400 Plätze). Auch wenn der Anteil an städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen bereits sehr hoch ist, sind die privaten Häuser für die Vollversorgung eine wesentliche und notwendige Stütze. Darüber hinaus erhöhen sie die Wahlfreiheit für Linzer Familien, in welcher Form bzw. bei welchem Träger sie ihre Kinder betreuen lassen wollen.

Vertragsverlängerung für flexible Kinderbetreuungseinrichtungen

Die zwei Kinderbetreuungseinrichtungen „Das Nest“, Blumauerstraße 45, und „Schaukelpferd“ an der Wiener Straße 260 wurden mit dem Zweck gegründet, eine leistbare, stundenweise Kinderbetreuung anzubieten. Damit tragen sie wesentlich zur Betreuung der unter 2-jährigen Kinder in Ergänzung zu den bestehenden städtischen und privaten Kinderbetreuungseinrichtungen bei.

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 437 Kinder (Nest 132, Schaukelpferd 305) betreut und 34.503 Betreuungsstunden (Nest 23.701, Schaukelpferd 10.802) geleistet. Für das Jahr 2018 wird mit einem ähnlichen Ergebnis gerechnet.

Für Eltern mit geringem Beschäftigungsausmaß oder in Ausbildung ist durch diese Einrichtungen gewährleistet, dass kein Linzer Kind aufgrund formaler Aufnahmevoraussetzungen (die für die Zuteilung eines Krabbelstubenplatzes erforderlichen 20 Wochenstunden) von der Betreuung in einer Linzer Einrichtung ausgeschlossen ist.

Das Angebot dieser stundenweisen Versorgung zeichnet sich durch seine große Flexibilität aus und ermöglicht es Eltern auch kurzfristig ein Betreuungsangebot für deren Kinder zur Verfügung zu stellen. Diese Flexibilität erfordert einen Personaleinsatz, der am Mindestpersonaleinsatz in Krabbelstuben angelehnt ist, um für nicht kalkulierbare Auslastungsspitzen gerüstet zu sein.

Da die beiden Einrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit flexiblen Kinderbetreuungsplätzen im Stadtgebiet leisten, fördert die Stadt Linz die Häuser im Betreuungsjahr 2018/2019 in Höhe von insgesamt 103.000 Euro (,,Nest" mit 50.000 Euro und „Schaukelpferd" mit 53.000 Euro) für den laufenden Betrieb. In den Folgejahren wird der städtische Geschäftsbereich Soziales, Jugend und Familie beauftragt, die Abwicklung der Förderung und Auszahlung eines Betrages von jeweils maximal 60.000 Euro pro Einrichtung durchzuführen. Die Beschlussfassung zur Vorlage an den Gemeinderat erfolgte im gestrigen Sozialausschuss.

Linzer Tarifmodell bewährt sich auch bei privaten Kindergärten

Das soziale Linzer Tarifmodell für die kostenpflichtige Kindergarten-Nachmittagsbetreuung gilt auch für private Kindergärten. Von den 2.007 dort betreuten Kindern wurden daher nur 160 von der Ganztagsbetreuung abgemeldet. Damit bewegt sich die Umstiegsquote mit acht Prozent auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie bei den städtischen Kindergärten.

Bis zu einem monatlichen Brutto-Einkommen der Familien von 1.471 Euro (ohne Transferleistungen wie Familien- und Wohnbeihilfe) gilt in Linz der Nulltarif. Für die Berechnung wird bei Unselbstständigen das Jahreseinkommen durch 14, bei Selbstständigen durch 12 dividiert. Ab 3.670 Euro verrechnet die Stadt Linz der Höchstbetrag von 54 Euro. Im restlichen Oberösterreich sind es dagegen maximal 110 Euro. Das im Jänner 2018 vom Gemeinderat beschlossene Tarifmodell erspart Linzer Eltern jährlich fast drei Millionen Euro.

Landesweite Evaluierung bestätigt Linzer Modell

Überrascht zeigt sich Vizebürgermeisterin Hörzing über die gestern präsentierten Zahlen der landesweiten Abmeldungen von der Nachmittagsbetreuung. „Landesrätin Haberlander hat sich die Zahlen schöngerechnet. Berücksichtigt man die Angaben in der Pressekonferenz-Unterlage, ist erkennbar, dass von Montag bis Donnerstag die Inanspruchnahme der Nachmittagsbetreuung um rund 20 Prozent zurückgegangen ist. Wenn man bedenkt, dass im selben Zeitraum die Anzahl der Kinder im Kindergartenalter um rund 2.200 Kinder zugenommen hat, erhöht sich die Zahl auf rund 25 Prozent. Das bedeutet, dass oberösterreichweit jedes vierte Kind die Nachmittagsbetreuung nicht mehr oder wesentlich weniger als bisher in Anspruch nimmt“, erklärt Hörzing.

Dass es darüber hinaus immer noch 83 Gemeinden gibt, die keine Nachmittagsbetreuung anbieten, ist ein erschreckendes Signal. Schon vor Einführung der Nachmittagsgebühren war Oberösterreich unter den Schlusslichtern bei der Kinderbetreuung. Darauf weist seit Jahren auch der Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer hin, die das Angebot nach den sogenannten VIF-Kriterien (Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf) beurteilt. Die VIF-Kriterien sind eine mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, (werktags Montag bis Freitag), an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet, das Angebot für ein Mittagessen und eine maximale Schließung der Einrichtungen für fünf Wochen im Jahr.

„Beinahe 50 Prozent aller oberösterreichischen Krabbelstuben- und Kindergartenplätze, die den VIF-Kriterien entsprechen, findet man in Linz“, ist Vizebürgermeisterin Hörzing stolz auf das Linzer Angebot. „Von der Arbeiterkammer erhält die Landeshauptstadt daher die Bestnote 1A. Ich appelliere an die Landesregierung im Sinne der oberösterreichischen Familien und im Sinne der Bildungschancen unserer Kinder, dem Vorbild Linz zu folgen“, so Hörzing weiter.  

4,8 Millionen Euro städtischer Zuschuss zu privaten Einrichtungen

Die Kosten für Kinderbetreuungseinrichtungen setzen sich aus der Förderung des Landes, den Elternbeiträgen und einer Kostenbeteiligung (Abgang)  der Wohnortgemeinde zusammen. Voraussetzung für die Förderung eine Kinderbetreuungseinrichtung durch das Land ist, dass sich die Standortgemeinde zur Deckung des Abgangs verpflichtet. Die Pflicht zur Abgangsdeckung der privaten Einrichtungen ist laut  §29 Abs. 1 OÖ. Kinderbetreuungsgesetz mit der Höhe der durchschnittlichen, vergleichbaren Kosten gemeindeeigener Einrichtungen begrenzt. Für Linz bedeutet das einen jährlichen Zuschuss an private Kindergärten, Krabbelstuben und Horte in der Höhe von 4,6 Millionen Euro. Hinzu kommen noch 0,2 Millionen Euro für die flexiblen Betreuungsleistungen oder Tagesmütter. Somit unterstützt die Stadt Linz private Einrichtungen mit 4,8 Millionen Euro. In Summe mit den städtischen Einrichtungen belaufen sich die Zuschüsse auf 30 Millionen Euro.

Garant für Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Linz

Die flächendeckende Linzer Kinderbetreuung, die durch die Kombination der städtischen und privaten Einrichtungen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert, ist zudem ein Garant für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Linz. 

„Von den ArbeitnehmerInnen wird eine immer höhere Flexibilität verlangt. Die Linzer Kinderbetreuung nimmt darauf Rücksicht und ermöglicht es Eltern, arbeiten zu gehen. Gleichzeitig wissen sie, dass ihre Kinder optimal betreut sind und die entsprechenden Bildungseinrichtungen in der Stadt Linz zur Verfügung stehen“, betont Vizebürgermeisterin Hörzing.

Die Attraktivität eines Standortes hat mittlerweile viele Facetten. „Unternehmen ist es wichtig, dass die ArbeitnehmerInnen auch abseits der Arbeit optimale Lebensbedingungen und eine gute Lebensqualität vorfinden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat neben einer gut ausgebauten Infrastruktur, einem optimalen Wohnumfeld, einer gesicherten Gesundheitsversorgung, Bildungs- und kulturellen Einrichtungen einen hohen Stellenwert. Das wissen die hier angesiedelten Betriebe zu schätzen“, ist Vizebürgermeisterin Hörzing überzeugt.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Private Kinderbetreuungseinrichtungen in Linz“)

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